Tatsächlich fährt sich die Gold Wing für ihr Gewicht und ihre Abmessungen beeindruckend. Die Nordauffahrt zum Stilfser Joch ist jedoch eine echte Herausforderung, wenn in beiden Richtungen viel Verkehr herrscht und man die engen Rechtskurven sehr gut nehmen muss. Mit meiner alten CBR600 und FJR1300 war der Stilfser Joch ein Kinderspiel. Meine GT1600 überhitzte dort jedes Mal (selbst mit neuem Kühler bei 140.000 km), sodass sie vor dem Gipfel eine Kühlpause einlegen musste.
Zurück zum Thema: Freddie – es tut mir leid zu hören, dass deine „neue“ GT diese Probleme hat. Hoffentlich lassen sie sich beheben und du musst das Motorrad nicht wechseln.
Zu meiner GT: Nach 201.000 km habe ich mich entschieden, sie zu verkaufen (ein BMW-Mechaniker hat sie für 5.000 € gekauft) und mir eine schwarze GT von 2016 mit 45.000 km zugelegt. Nach unserer zweiwöchigen Motorradtour diesen Sommer durch Irland begannen meine Frau und ich zu zweifeln, ob die GT die richtige Wahl war. Die Straßen in Irland sind zwar wunderschön, aber für das Fahrwerk der GT eine Katastrophe; sowohl das Motorrad als auch unsere Rücken und Körper litten sehr darunter. Fast alle Motorräder dort waren Adventure-Tourer (meist GS-Modelle).
Ich sprach mit mehreren Fahrern, die von der GT1600, GT1300 oder FJR1300 auf die GS1250 Adventure umgestiegen waren; alle waren sich einig, dass es ein deutlich besseres Motorrad sei. Aus Neugier mietete ich mir im August eine GS1250 Adventure. Kurz gesagt: Das Fahrwerk ist ein Traum – sehr sanft; Leistung und Durchzug sind gleichwertig oder sogar besser als bei der GT1600. Das größte Problem ist der Windschutz für den Oberkörper (der für den Unterkörper ist gleichwertig oder besser als bei der GT). Außerdem benötigt das Motorrad einen Zubehörsitz (der Standardsitz ist unbequem).
Anschließend testete ich auch die GS1300 Adventure: unglaublich, aber der Windschutz ist ähnlich wie bei der GT?! Insgesamt ist die 1300er ein tolles Motorrad – ich war nur etwas beunruhigt von den Leerlaufruckeln (und das scheinen auch einige andere Besitzer zu haben). Manchmal verursacht das ZV FB auch fälschlicherweise Batteriewarnungen, aber das ist kein großes Problem. Die Probleme mit der variablen Fahrwerkshöhe scheinen allerdings bei vielen GS1300 ein weit verbreitetes und kostspieliges Problem zu sein.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Kurvenreiche Strecken sind mit der GS1300 Adventure ein Traum; unglaublich leicht und agil für ihre Größe und ihr Gewicht.
Ich behalte natürlich meine GT, aber für die Zukunft scheint die GS1300 Adventure ein fantastisches Motorrad zu sein. Es ist toll zu wissen, dass man damit jede unbekannte Asphaltstraße erkunden kann, egal wie viele Schlaglöcher sie hat (Offroad ist nicht so unser Ding).